Erdbebenhilfe

Erdbebenhilfe „Khanchi Khumjung“

Hilfe für Opfer des Erdbebens vom 25.04.2015 (Stärke 7,8) und 12.05.2015 (Stärke 7,4) – Direkthilfe für eine uns seit 10 Jahren persönlich bekannte Sherpa-Großfamilie, die in Khumjung im Khumbugebiet und in Kathmandu lebt sowie weitere Bedürftige vor allem im Bergdorf Khumjung.

Soforthilfe: Kauf von Grundnahrungsmittel, Trinkwasser, Zeltplanen/Decken sowie Medikamente

Mittel- und längerfristige Hilfe: Wiederaufbau der vom Erdbeben zerstörten Häuser und der Lodge

Das gesamte Spendenaufkommen geht ohne jegliche Verwaltungsgebühren oder Spesen sowohl in Deutschland als auch in Nepal in vollem Umfang direkt an die Betroffenen vor Ort.

Wir kennen die Familie seit 2005 und sind gute Freunde geworden. Hier in paar Infos:

Die Familie lebt im Khumbu-Tal in der Ortschaft Khumjung auf ca. 3.790 m und gehört traditionell zu den am Fuße der Everest-Region ansässigen Sherpas. Direkt an Khumjung grenzt das Dorf Khunde an. Dort gibt es das einzige Krankenhaus der Region, das Khunde Hospital, dass von der Sir Edmund-Hillary-Stiftung betrieben wird. Die obere Khumbu-Region ist von Kathmandu aus entweder mit dem Flugzeug über den kleinen Flughafen Lukla (bekannt als einer der gefährlichsten Flughäfen der Welt) zu erreichen oder mit dem Bus von Kathmandu aus bis Jiri oder Shivalaya und weiter zu Fuß bis nach Lukla (Jiri – Lukla 75 km). Ab Kathmandu bis Lukla mit Bus und zu Fuß ist mit gut einer Woche zu rechnen. Ab dem Dorf Lukla, welches auf ca. 2.850 m liegt, geht es nur noch zu Fuß weiter – Lasten werden auf Yaks transportiert oder auf dem Rücken der Träger. Es gibt mehrere Hängebrücken, die auf dem Weg nach oben zu passieren sind. Wenn diese zerstört sind, gibt es kein Weiterkommen. Es ist daher schwierig, Hilfen in diese entlegenen Bergregionen zu bekommen. Baumaterialien, die für den Wiederaufbau benötigt werden, müssen durch Träger bzw. mit Yaks hochtransportiert werden.

Die Kernfamilie besteht aus der 84jährigen Oma Thakche Sherpa (nach Erdbeben verstorben), den Eltern Nima Futi Sherpa und Ang Tsering Sherpa sowie 5 Töchtern: Fura Yangji Sherpa (wohnt in Kathmandu, verheiratet und 2 Kinder – in Kathmandu betroffen vom Erdbeben), Maili Sherpa (verwitwet), Yangjee Sherpa (lebt in Kathmandu, geht dort zur Schule), Lorie Sherpa (lebt in der Lodge in Khumjung) und Kanchi Sherpa (verheiratet, 2 Kinder). Kami Tenzing Sherpa, der Ehemann von Kanchi, und Tashi Tsering Sherpa, Cousin der Töchter, sind unsere Kontaktpersonen in Nepal. Dann leben noch viele Tanten und Onkel mit ihren Familien in Khumjung und den umliegenden Dörfern. Es gibt auch familiäre Bindungen ins Annapurna-Tal und die Gegend um Pokhara, die ebenfalls vom Erdbeben betroffen ist.

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Die Familie gehört zum Volk der Sherpas, die im Everestgebiet leben. Die Sherpas sind Buddhisten (in anderen Regionen Nepals dominiert der Hinduismus). Manche meinen, dass man die Porter und Träger im Everestgebiet , die Lasten tragen, generell als „Sherpas“ bezeichnet. Aber Sherpa deutet auf die Familienbezeichnung der im Khumbu wohnhaften Familien hin. Wer mehr über das Khumbu oder die Sherpas nachlesen will: Khumbu Info .

Bilder über die Spendengeldverteilung findet Ihr in der Bildergallerie:

Chronologische Auflistung des Hilfsprojektes von April 2015 bis April 2016

26.04.2015:

Start der Hilfsaktion – einen Tag nach dem 1ten Beben

Liebe Freunde,

Ihr kennt uns – Katja und Joe – seit Jahren als begeisterte Nepalreisende. Das Land ist zu unserer zweiten Heimat geworden. Nirgendwo auf der Welt haben wir uns so wohl gefühlt wie dort und sind so mit offenen Armen empfangen worden.

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Doch das Land hat eine traurige Seite: Nepal gehört zu den 20 ärmsten Ländern der Welt. Mit 30 Mio. Einwohner ist es doppelt so groß wie Bayern.

Wir kennen persönlich Familien im Everestgebiet – oberhalb Namche Bazar – und in Kathmandu seit über 10 Jahren. Diese Gebiete wurden vom Erdbeben direkt getroffen. Wir waren sehr erleichtert zu hören, dass alle unsere Freunde das Erdbeben überlebt haben. Das Mobilfunknetz war unterbrochen, doch übers Internet war eine Kommunikation möglich. Die Not ist unvorstellbar groß. Die Häuser sind stark zerstört worden. Es gibt viele Tode zu beklagen …Mit bloßen Händen versuchen die Menschen Verschüttete auszugraben …

Wir müssen etwas tun und können nicht untätig zusehen, daher wollen wir schnell und unbüro-kratisch helfen. Durch unsere jahrelange Erfahrung haben wir Kontakte, so dass das Geld auch direkt vor Ort bei den Bedürftigen ankommt. Wenn viele einen kleinen Beitrag leisten, kommt vielleicht eine größere Summe zusammen!!

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28.04.2015:

Die ersten Spendengelder konnten in Kathmandu ausgezahlt werden – mit unserer kleinen Hilfsaktion sind wir schnell und flexibel!

Liebe Freunde,

unsere Nepalhilfsaktion läuft auf Hochtouren. Ich erhalte viele E-Mails von Euch, mit Fragen, Anregungen etc.

Die Khumbu-Region kennen wir von einigen Reisen und haben persönliche Kontakte vor Ort, die sich um die Verteilung der Spendengeldern kümmern. Wir kennen auch entlegenere Gebiete – wie das Tsum-Valley im Manaslugebiet – da verfügen wir aber nicht über langjährige örtliche Kenntnisse und Kontakte. Daher haben wir uns entschieden, die Hilfe gezielt auf die Khumbu-Region zu konzentrieren.

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Das ist ein Teil der Familie – drei Generationen – bei einem Treffen in Kathmandu.Hier war die Welt noch in Ordnung …

Der Teil der Familie, der sich in Kathmandu aufhält, lebt weiterhin in Zeltlagern auf Freiflächen aus Angst vor Nachbeben (ironisch die Bankgebäude im Hintergrund stehen noch):

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Es waren gestern noch Lebensmittel und Wasser knapp. Heute war die Situation so, dass ein paar Supermärkte wieder geöffnet hatten – mit langen Schlangen, aber es gab etwas zu kaufen. Die Versorgung mit sauberem Trinkwasser ist ein weiterer Schwerpunkt der Hilfen. Die Geldautomaten in Kathmandu waren erstmals für wenige Stunden wieder in Betrieb – die Familie und weitere Erdbebenopfer konnten sich Geld ziehen und sich mit Nahrungsmitteln und Wasser versorgen. Die Lodge im entlegenen Khumjung hingegen ist vom ersten Beben und einem Nachbeben am Sonntag stark zerstört worden. Der Familie ist zum Glück nichts passiert. Wir wollen den Aufbau der Lodge, die die Lebensgrundlage der Familie darstellt, mit unterstützen sowie den Wiederaufbau weiterer zerstörter Lodges und Gebäude in der Ortschaft Khumjung und Umgebung. Namche Bazar war ziemlich oft im Fernsehen zu sehen, weil es der Hauptort im Khumbu ist. Khumjung und Kunde liegen weiter oberhalb am Hang und viele Häuser sind verstreut in den Hängen. Wie hoch die Zerstörungen genau sind, kann noch niemand sagen.

WIR STEHEN MIT UNSEREM WORT, DASS JEDER EURO VON UNS ZU UNSEREN FREUNDEN NACH NEPAL GEHT!

3 Hilfsmöglichkeiten haben wir initiiert:

1. Verkaufsaktion von Schachbrettern mit Figuren aus Echtholz in nepalesischer Handarbeit.

Den Verkaufserlös spenden wir zu 100% nach Nepal!!

2. Geldspenden über den gemeinnützigen Verein Freunde Nepals eV mit Sitz in München

3. Garagenflohmarkt bei Katja und Joe

Muttertag – Sonntag, 10.05.2015 von 10 bis 16 Uhr

Erlös: über 850 € für Nepal – die örtliche Presse berichtete

02.05.2015:

Als Soforthilfe wurden seit dem 28.04.2015 in Kathmandu Grundnahrungsmittel, Trinkwasser sowie Zeltplanen/Decken gekauft und die Familie unterstützt damit auch weitere Betroffene mit. Aus dem Bergdorf Khumjung kam heute die Meldung, dass mehrere Häuser und die Lodge am Berghang oberhalb von Khumjung teilweise zusammengefallen sind. Ein Haus in Khumjung ist ganz eingestürzt. Die Sherpafamilie nimmt nur das Geld an, dass wirklich nötig ist! Sie sagen, ihnen geht es besser als vielen anderen, weil keine Toten zu beklagen sind. Leider war zu diesem Zeitpunkt noch nicht abzusehen, dass ein 2tes verheerendes Erdbeben mit Epizentrum Nahe dem Khumbugebiet folgen sollte …

Erstmals erreichten uns heute Bilder direkt aus Khumjung. Die Zerstörungen durch das Erdbeben sind immens, viele Häuser sind so zerstört, dass nur ein Abriss bleibt:

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19.05.2015:

Das 2te schwere Erdbeben vom 12.05.2015 hat die Familie noch mehr getroffen, weil das Epi-Zentrum nahe dem Everestgebiet lag. Die Häuser und Lodges sind fast vollständig zerstört.

Die beiden Schwestern Kanchi und Yangjee konnten erstmals Kathmandu verlassen und mit einem Teil der Spenden sowie Lebensmittel, Wasser, Zeltplanen und Medizin das Bergdorf erreichen. Die Wanderung dorthin war schwierig, der Weg teilweise zerstört.

Schlimme Zuspitzung der Lage: Nach dem 2ten Beben ist die 84jährige Oma Thakche Sherpa leider verstorben. Sie war so eine lebenslustige alte Nepalesin mit tiefen Furchen im Gesicht, die von einem harten Leben erzählt haben. Wir haben sie als eine so liebe Frau kennengelernt. Wir sind sehr traurig!

Die Familie lebt weiterhin in Zelten, die Häuser sind nicht mehr bewohnbar. Die Schäden in der Lodge sind immens. Es muss alles dran gesetzt werden, dass ab der Herbstsaison die Lodge soweit wieder hergerichtet ist, dass Trekker aufgenommen werden können. Der Lebensunterhalt wird dadurch gesichert. Aktuell müssen als vorrangige Hilfe Unterstands-möglichkeiten mit Wellblechen geschaffen werden, weil der Monsunregen schon da ist.

Ihr helft alle so sehr mit Euren Spenden, mit dem Kauf von Schachbrettern und mit Eurem Zuspruch, der uns hilft, weiter zu machen.

Letzten Mittwoch fand in München ein großes Benefizkonzert für die Freunde Nepals eV statt, der insgesamt über 2.600 € einbrachte. Unser Garagenflohmarkt hat die stolze Summe von 852,50 € ergeben. Viele Freunde haben geholfen – danke Euch allen!

Mit den Hilfsaktionen (Schachbrettverkauf, Flohmarkt und Spenden von Euch über Freunde Nepals eV) konnten wir jetzt schon 6.000 € zusammenbekommen. Der größte Teil der Gelder ist schon in Nepal angekommen. 2.000 € waren Soforthilfe – 4.000 € sollen für den Wiederaufbau der Häuser verwendet werden und jetzt noch für die aktuell notwendige medizinische Versorgung und Lebensmittel, bis die Ernte reif ist. Die Vorräte wurden größtenteils durch die Beben zerstört. Es reicht noch nicht, aber wir werden weiter versuchen, Gelder zusammenzubekommen.

Weitere Bilder erreichten uns über die Zerstörungen im Khumjung:

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26.05.2015:

Alle Aktionen (privater Schachbrettverkauf, Flohmarkt und Spendenmöglichkeit über Freunde Nepals eV) haben inzwischen die stolze Summe von 7.093,50 € erbracht!!

Wir danken allen, die uns bislang unterstützt haben und immer noch weiter unterstützen.

Unsere Hilfsaktion geht weiter. Wir werden von den Freunden Nepals eV mit Rat und Tat sowie logistischen Erfahrungen super unterstützt!

Die Hilfe kommt direkt an und wir können vielen vom Erdbeben betroffenen Familien helfen. Die Situation ist allerdings noch immer sehr beunruhigend. Die Beben halten an, wenn auch in abgeschwächter Stärke. Die Menschen haben aber große Angst und leben oftmals immer noch in Zelten, weil die Häuser unbewohnbar sind. Der Monsun steht vor der Tür. Erste heftige Regenfälle und Stürme hat es bereits gegeben.

In Kathmandu und vor allem im Bergdorf Khumjung haben die Aufbauarbeiten der zerstörten Häuser begonnen. Wir haben die Meldung bekommen, dass es nicht einfach ist, Handwerker zu finden, weil so viele Häuser kaputt sind und wiederaufgebaut werden müssen. Kostet ein einfaches Haus nach Kalkulation der Freunde Nepals eV in gut zugänglichen Regionen in Nepal 700 – 1.000 € für den Wiederaufbau, so ist dies in der Khumburegion viel teurer. Die Baumaterialien müssen in etlichen Tagesmärschen hochgeschafft werden, die Wege sind teils durch Erdrutsche zerstört und nur schwer passierbar. Es werden Porter für den Transport und Lasttiere benötigt. Die Preise für das Material und den Transport sind um ein vielfaches teurer wie z.B. in Kathmandu.

Jeder Euro Eurer vielen Spenden wird daher wirklich dringend benötigt und hilft den Familien jetzt in der Phase des Wiederaufbaus.

Der größte Teil des Geldes ist inzwischen direkt vor Ort zur Verfügung gestellt. Nach Soforthilfe mit Lebensmittelpaketen, Zeltplanen, Hygieneartikeln und Medikamenten steht jetzt der Wiederaufbau mit Kauf von Baumaterialien, Handwerkern etc. an.

Das Bergdorf Khumjung hält zusammen. Die Gelder werden auf bedürftige Familien verteilt. Niemand nimmt für sich mehr, als er für den Bau braucht. Wir haben hierzu Tashi Sherpa aus der Familie als Vermittler eingesetzt. Er kennt die Situation vor Ort und weiß, wo die Hilfen am dringendsten benötigt werden. Obwohl sein Haus auch schwer getroffen ist, verteilt er bis zur Selbstaufgabe Spendenmittel an Notleidende.

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Es werden Listen geführt, welche Familien wieviel an Spendengeldern bekommen haben.

Die Meldungen unsere Freunde aus Nepal die letzten Tage lassen erahnen wie verzweifelt die Menschen doch sind:

It’s been 1 month since the massive earthquake. Heartily condolence to all the people who died in the earthquake. Stay safe as the aftershocks are still prevailing. Lots of bad luck even to us. Heartily condolence to my grandmother who passed out last

Thursday. „ (Anmerkung: Die 84jährige Oma ist nach dem 2ten Beben verstorben)

Oh god please help us…we are in a big trouble with rain and wind and we are in our tent. „

Aber trotz allem Elend – es ist Hoffnung und Zuversicht da:

Really really hard and difficult job but we are developing the new khumjung.“

Nepal will rise again!!!“ – das ist das starke Motto in Nepal für den Wiederaufbau!!!

Anbei ein paar Bilder über die derzeitige Situation der Familienmitglieder in Kathmandu:

Die Familie lebt immer noch im Zelt.

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Aktuelle Bilder aus Khumjung und Thame:

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Bilder von den Aufräumarbeiten in der Lodge der Familie.

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Die Mama kann die Hilfe noch gar nicht fassen. Jetzt hat leider das Schicksal schon wieder zugeschlagen. Nach einem Kuhtritt musste die Mama ins Krankenhaus. Aktuell kann sie nur schwer schlucken und keine Nahrung zu sich nehmen. Wir wünschen ihr, dass sie schnell wieder gesund wird.

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15.06.2015:

Alle Aktionen haben inzwischen die stolze Summe von 8.423,50 € erbracht. Wer über die Freunde Nepals eV mit dem Stichwort „Erdbeben Kanchi Khumjung“ gespendet hat, kann dies unter Freunde Nepals eV auf der Sonderseite zum Erdbeben einsehen.

Tausend Dank an Euch alle!!! Joe und ich waren jetzt beide acht Tage nicht da, aber unsere Hilfsaktion geht weiter. Die Medien mögen Nepal inzwischen fast völlig aus dem Fokus verloren haben, aber die Not der Menschen ist noch immer grenzenlos. Und der Monsun kommt mit Überschwemmungen!

Wir konnten schon viele Familien unterstützen und der Wiederaufbau ist in vollem Gange. Die Gelder werden jetzt ausschließlich für den Aufbau der zerstörten Gebäude verwendet.

Ein Beispiel von Tashi’s Eltern in Khumjung – vor dem Erdbeben:

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Und das die Zerstörungen durch das Erdbeben:

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Nachtrag Stand 04/2016:

Im Inneren sind noch die Schreiner am Arbeiten.

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Das Haus selbst wurde außen überall repariert und wieder aufgebaut.

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Es werden genaue Aufstellungen geführt über die Verteilung der Spendengelder und wir bekommen Kaufbelege über die angeschafften Baumaterialien.

Die Auszahlungen nach Nepal laufen aktuell entweder über Western Union oder über ein Konto der Kontaktperson der Freunde Nepals eV in Kathmandu mit Auszahlung in einem Guesthouse.

Beispiel einer Teilauszahlung in Kathmandu von Hari (Kontaktperson Freunde Nepals eV) an Tashi Sherpa:

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Die Dankbarkeit ist groß. Als Nachweis der Verteilung der Gelder werden die jeweiligen Familien fotografiert und die Beträge der verteilten Spenden notiert:

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Ich bin gefragt worden, wie es der Mama nach dem Tritt der Kuh geht: Leider immer noch nicht so gut. Sie wird in Khumjung im Khunde hospital weiter behandelt und muss wohl nach Kathmandu gebracht werden, weil dort die Versorgung besser ist.

Danke für Eure Unterstützung!!!!!

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13.10.2105:

Nachdem ich Euch bis Juni mit vielen E-Mails bombardiert hatte, ist es ruhiger geworden mit den Infos, aber nicht mit unserer Hilfsaktion. Diese läuft im Hintergrund unvermindert weiter – und Hilfe wird weiterhin dringend benötigt!! Aus den Medien ist Nepal raus, aber das Leid dort ist immer noch für uns unvorstellbar!!!!

Aktuelle Spendensumme: 11.385,57 €

Diese Woche wurden aus dem Spendentopf weitere 3.000 € nach Nepal überwiesen. Der Monsum ist fast vorüber und die Aufbauarbeiten können weitergehen. Tashi Sherpa, unser Kontaktmann aus der Familie in Khumjung, war während des Sommers auf Einladung des österreichischen Alpenvereins auf der DAV-Hütte „Adlersruhe“ am Großglockner. Er hat uns letzte Woche besucht. Er fliegt diese Woche zurück nach Kathmandu und wird die weitere Hilfsaktion koordinieren, da jetzt mit den Bauarbeiten weitergemacht werden kann. Zur Monsumzeit ist es mit den starken Regenfällen, Erdrutschen etc. viel zu schwierig.

Von Herzen und auch im Namen unserer nepalesischen Freunde tausend Dank für Eure Hilfe und Unterstützung!!! Es ist uns ein großes Bedürfnis mit dem gesammelten Geld sehr verantwortungsbewusst umzugehen und die Gelder gezielt einzusetzen.

Was gibt es Neues aus Nepal:

> Der Tourismus, die Haupteinnahmequelle in Nepal, liegt brach. Es scheint große Ängste zu geben bei den Reisenden. Die großen Reiseveranstalter haben Nepal aber im Herbst wieder ins Programm genommen. Nur einzelne Trekkinggebiete z.B. Manaslu sind schwierig zu bereisen – Everest, Annapurna etc. sind problemlos möglich. Wer eine gute Trekkingagentur braucht, kann sich an uns wenden. Aus jahrelanger Erfahrung haben wir hier gute Kontakte.

Ihr helft dem Land aktuell am Meisten, wenn Ihr in dieser Saison oder zumindest in der nächsten Trekkingsaison – März/April – nach Nepal reist. Die politischen Unruhen haben auf den Tourismus fast keine Auswirkungen!

>Aktuell gibt es leider – wieder einmal – politische Unruhen: In Nepal wird von der Regierung derzeit eine neue Verfassung verabschiedet. Seit dem Sturz der Monarchie gab es in Nepal keine Verfassung, jetzt soll das Land eine föderale und säkulare Republik werden. Nicht zuletzt das schwere Erdbeben hat den Prozess nun beschleunigt. Doch viele sind unzufrieden mit dem Ergebnis. Proteste unter der Bevölkerung mit Toten und Verletzen waren die Folge. Über zwei Jahrhunderte war Nepal eine hinduistische Monarchie. Die Maoisten schafften sie im Jahr 2008 ab, nach zehn Jahren Bürgerkrieg. Seitdem waren die regierenden Politiker zerstritten und hätten, in der Notsituation nach den Erdbeben, jetzt übereilt die Verfassung verkündet, sagt der Chefredakteur der Tageszeitung „Annapurna Post“: „Sie haben eine Verfassung vorgelegt, die noch unvollständig ist. Der Föderalismus ist noch nicht richtig definiert, die Grenzen der neuen Staaten sind noch nicht einmal festgelegt. Und die Öffentlichkeit hat gar nicht darüber diskutieren können.“

Deswegen gehen die ethnischen Minderheiten auf die Straße. Sie sind nicht damit einverstanden, dass nur die drei großen Parteien im Lande die neue Verfassung abgesegnet haben.

Indien hat in Folge der Konflikte zeitweilig seine Grenzen geschlossen. Engpässe bei Benzin und Gas waren die Folge. Die Menschen – ohnehin um ihre Existenz gebracht nach dem Erdbeben – können nicht mehr kochen. Sie brauchen jetzt Elektrokochplatten – wo Strom vorhanden – bzw. beginnen wieder mit Holz zu heizen. Ironisch mutet es an, dass ausgerechnet zum Besuch unserer Bundeskanzlerin die Grenzen von Indien wieder für ein paar Tage geöffnet wurden – tja, purer Zufall oder?

Bleibt zu hoffen, dass es eine gute Lösung gibt. Momentan ist die Situation noch offen. Auf Druck der Bevölkerung wurde die Verfassung jetzt von vorgesehenen 6 Bundesstaaten auf 7 ausgeweitet, aber noch immer sind die Grenzziehungen willkürlich.

Leider führt auch der neue Verfassungsentwurf, zu einer Benachteiligung von Frauen:

Laut Verfassung, sagen Frauenorganisationen, seien die Nepalesinnen Bürger zweiter Klasse. Denn ein Kind kann weiterhin nur die nepalesische Staatsbürgerschaft erhalten, wenn der Vater aus Nepal stammt. Da haben sich die patriarchalen Eliten durchgesetzt. Fakt ist: Alleinerziehende Mütter oder Mütter mit Ehemännern, die nicht aus Nepal stammen, haben staatenlose Kinder.

Es gibt politisch noch viel Nachholbedarf in Nepal, aber zum Glück lassen sich die Hilfsorganisationen davon nicht abbringen in ihrer Arbeit!!!!!

Namaste das war’s für heute von uns

Zur Abwechslung mal kein Bild von Not und Leid, sondern ein Lichtblick:

Joe besuchte mit Tashi die Allianz-Arena in München – Tashi machte Hunderte von Bildern und war total stolz:

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22.12.2015:

Dieses Jahr ist leider ein sehr schweres Jahr für unsere Freunde in Nepal geworden. Die Erdbeben und die vielen Nachbeben stürzten viele Nepali und ihr sowieso sehr bescheidenes Leben in ein Nichts. 8- bis 10.000 Tote, Millionen Obdachlose, Zerstörungen in Kathmandu, Patan, Bhaktapur und in vielen Bergregionen. Noch heute brauchen die Menschen alles, Kleidung, medizinische Versorgung, Essen, Wohnraum. Viele sind traumatisiert.

Der Spendenaufruf des kleinen Vereines Freunde Nepals e.V. in München erbrachte insgesamt bislang ca. 250.000 € an Spendengeldern, davon unser Projekt mit 11.506,00 €. Bis auf zurückgehaltene 1.000,00 € wurden alle Spendengelder bereits vollständig nach Nepal transferiert – für Soforthilfen und für den Wiederaufbau der zerstörten Gebäude.

Nächstes Frühjahr reisen Joe und ich in die Khumburegion und ins Dorf Khumjung. Vor Ort wollen wir die Menschen besuchen und uns selbst ein Bild machen, was noch dringend benötigt wird. Die noch nicht ausgezahlten Spenden werden wir direkt vor Ort einsetzen.

In Khumjung wurde die Lodge der Familie wiederaufgebaut. Weitere betroffene Häuser der Familie werden aktuell noch renoviert (soweit Materialien vorhanden – siehe unten) und bewohnbar gemacht. Die Betten für die Touristen gibt es wieder und damit die Einnahmequelle. Allerdings gibt es fast keine Trekker dort, obwohl Hochsaison ist. Die einzige Möglichkeit in Khumjung zu Geld zu kommen fällt weg – keine Übernachtungen, keine Sherpas, die als Träger oder Guides arbeiten können… Die Touristen bleiben dem Land aus Furcht vor weiteren Erdbeben und der derzeitigen politischen Situation fern.

Zur aktuellen Situation in Nepal:

Trekkingtouren in die Hauptgebiete Everest und Annapurna sind wieder möglich. Die großen Reiseveranstalter bieten diese Touren auch wieder an. So einsam und idyllisch wie derzeit, wird man in diese Gebiete wohl nicht mehr hinkommen! Die besonders schwer betroffenen Trekkinggebiete Langtang und Manaslu sind weiterhin nur eingeschränkt bereisbar.

Nach dem Ende des Monsuns (Mai bis September) ist in den schwer betroffenen Regionen noch mit Infrastrukturschäden und durch Erdrutsche oder Gerölllawinen unpassierbaren Straßen zu rechnen.

Abgesehen von dem brach liegenden Tourismus hat das Land mit politischen Querelen zu kämpfen, die man bei uns fast nicht in der Presse mitbekommt. Die Situation hat sich leider noch verschlimmert:

Normalerweise bekommt Nepal sein Benzin aus Indien. Doch im Moment kommt nichts an. Warum – darüber gehen die Meinungen auseinander. Klar ist nur: Der Protest gegen die neue Verfassung spielt eine wichtige Rolle.

Wichtige Verbrauchsgüter wie Diesel und Flaschengas sind aktuell bereits in ganz Nepal knapp. Die Vorstandsvorsitzende der Freunde Nepals war in Kathmandu. Die Menschen mussten dort 3 Tage und Nächte für 10 Liter Diesel an den Tankstellen ausharren. Seit dem 8. November 2015 wurden etwa fünfzig Prozent der Inlandsflüge bis auf weiteres gestrichen. Eine weitere Verschärfung der Situation ist nicht auszuschließen. Seit Oktober ist Nepal praktisch abgeschnitten von Benzin- und Gaslieferungen, die sonst zu hundert Prozent aus Indien kommen. Aber die Tanklaster hängen an der Grenze fest, deshalb sind in Kathmandu die Straßen weitgehend leer.

Schulen haben geschlossen, viele Behörden auch. Restaurants ist das Kochgas ausgegangen. Haushalte können nicht mehr mit Gas kochen. Vielfach wird wieder mit Holz gekocht – man kann es den Menschen in der Not auch nicht verübeln. Die Preise für Lebensmittel haben sich vervielfacht. Auch der Wiederaufbau nach dem schweren Erdbeben stockt, weil es an Diesel für die Lastwagen sowie an Baumaterialien fehlt, die ebenfalls über Indien importiert werden. Touristengruppen haben ihre Reisen nach Nepal storniert….

Für die Familie in der abgelegenen Khumbu-Region ist es fast unmöglich, Baumaterialien ins Dorf transportieren zu lassen.

Trotz aller Not geben die Nepali nicht auf und am wichtigsten ist, dass die Welt das Land nicht vergisst.

Daher: Reist nach Nepal! Es gibt so viel Schönes in diesem Land, das nicht zerstört worden ist. Im März/April ist die nächste große Trekkinghauptsaison. Dann sollten die derzeitigen Unruhen vorbei und Reisen in dieses traumhafte Land auch wieder gut machbar sein.

Lasst Euch nicht abschrecken! Wir geben gerne Tipps zur Organisation!

Wir wünschen Euch gesegnete, friedvolle Weihnachtstage und einen guten Start in ein glückliches, gesundes neues Jahr 2016!!

Vielen Dank für Eure tolle Unterstützung in Form von Geldspenden oder Hilfen bei unseren Aktionen für Nepal. Namaste!!!

Katja und Joe

Anbei ein Bild aus Chile, wo wir im Oktober waren. Selbst dort ging unsere neue Hilfsaktion siehe unter Projekte / Augenversorgung, die nächstes Jahr zum Jahrestag des Erdbebens publik werden soll, aktiv weiter:

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16.03.2016 – 15.04.2016:

Katja Dörig und Josef Rosenberger zum 1ten Mal vor Ort nach dem Erdbeben.

Die Eindrücke waren diesmal besonders intensiv, da wir viel Zeit im Bergdorf Khumjung bei der Sherpa-Großfamilie um Ang Tsering verbracht haben.

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Ich war mit meinem Lebensgefährten Josef Rosenberger in Kathmandu und im Khumbugebiet/Everest unterwegs. Mit dabei hatten wir die letzten 3.300 € in bar aus dem Spendentopf der Hilfsaktion „Erdbeben / Khanchi Khumjung“.

14.304,50 € kamen insgesamt dank Eurer Hilfe zusammen!! Herzlichen Dank noch einmal für die vielen großzügigen Spenden!! Ohne Euch hätten wir nicht so viel bewegen können!!

Wir konnten uns vor Ort zum ersten Mal persönlich nach dem Erdbeben ein Bild der Situation machen. Zwar wurden wir dank der modernen Medien von unseren Freunden mit Fotos aus der Region versorgt, aber mit eigenen Augen die Schäden zu sehen, die zerstörten Häuser … – das machte uns sehr betroffen. Viel ist wieder aufgebaut worden, aber noch immer sind die Schäden des Erdbebens überall sichtbar. Es gab einfach zu viele Zerstörungen. Die meisten Hilfsorganisationen konzentrieren sich auf bestimmte Regionen oder Dörfer. So auch wir mit unseren guten persönlichen Kontakten zu Khumjung – Thame und die umliegenden kleinen Dörfer sowie Verwandte der Familie, die unterhalb Lukla im unteren Khumbu leben. So konnten wir wie berichtet bereits 2 Tage nach dem Erdbeben die ersten Gelder zum Kauf von Soforthilfen (Lebensmittel, Hygieneartikel, Zeltplanen) nach Kathmandu transferieren.

In Khumjung schauten wir uns vor Ort die mit den Spendengeldern wiederaufgebauten Häuser und die Lodge von Ang Tsering an, machten uns ein Bild über die durchgeführten Reparaturen und tranken viel, viel milk tea, da uns alle Familien aus Dankbarkeit einladen wollten. Natürlich konnten wir nicht die einen besuchen und die anderen nicht … In zwei Häusern waren aktuell noch Schreiner mit dem Aufbau des Daches beschäftigt. Alle Häuser sind wieder bewohnbar und vom Mauerwerk her repariert. Die Menschen haben ein Dach über dem Kopf und ihre Existenzgrundlage zurück.

Man sieht immer wieder Schreinertrupps durch die Dörfer ziehen die beauftragt werden, die Dachkonstruktionen der Häuser aus Holz und Wellblech wieder aufzubauen. Die Bauweise wurde verändert – die Dächer werden z.B. mit Wellblechen gedeckt und nicht mehr mit Steinplatten, da diese beim Erdbeben durch ihr Gewicht viel Unheil anrichteten. Steine werden zementiert, wenn es die finanziellen Mittel zulassen … – nicht mehr nur mit Lehm verfugt. So hat das Erdbeben auch die Bauweise verändert. Man versucht, erdbebensicherer zu bauen…

Nur die Trekkingtouristen fehlen noch …. – das ist aktuell das größte Problem, weil die Einnahmen aus dem Trekkinggeschäft die Haupteinnahmequelle der Menschen sind. Ansonsten lebt man von dem was der Boden hergibt und angebaut werden kann. Als wir da waren, wurden gerade die Kartoffeläcker bestellt – auf 3.750 m gibt es wirklich leckere Kartoffeln!! Sie wachsen auch noch in Dragnag auf 4.760 m hervorragend, erzählte man uns. Da rühmte man sich, eines der höchsten Kartoffelanbauorte der Welt zu sein! Schwere wochenlange Feldarbeit für die Frauen übrigens …

Direktspenden wurden zusätzlich an besonders bedürftige Familien im Dorf Khumjung sowie im oberen und unteren Khumbu verteilt. Hierbei wurden wir von Tashi Sherpa und Kami Sherpa unterstützt. Kami war die ganze Zeit mit uns unterwegs, übersetzte die Gespräche und organisierte auch vor Ort die Spendenverteilung.

Es gibt keine Straßen – nur schmale Bergpfade. Auf Yaks und auf dem Rücken wird alles hochgeschafft:

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Stellvertretend eine Witwe mit 3 Kindern, der wir beim Wiederaufbau des zerstörten Hauses in Khumjung halfen:

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Von den Freunden Nepals eV wurde die Verwendung der Spendengelder anhand der gesammelten Rechnungen über Baumaterialien sowie Quittungen der Einzelspenden und des von mir erstellten Verwendungsnachweises geprüft. Dem gemeinnützigen Verein liegen alle Unterlagen des Projektes vor.

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